Häufige Fragen der Mieter*innen zum Thema Energiekrise

Wir gehen davon aus, dass es in der Regel für das Heizjahr 2022 zu Nachzahlungen kommen wird. Die Höhe der Nachzahlungen ist leider pauschal nicht vorhersehbar. Dies hängt insbesondere davon ab, seit wann und in welcher Höhe die Vorauszahlung angepasst wurde, welche Preisentwicklung der jeweilige Energieträger (z.B. Gas) hat, wie die Witterung im Heizjahr bisher war oder wird, ob neben der Wärme auch das Warmwasser zentral zur Verfügung gestellt wird, und welches Verbrauchsverhalten für Wärme und Warmwasser jeder einzelne Mieter hat. Zu a) Um Nachzahlungen zu vermeiden, zahlen Sie bitte erhöhte Vorauszahlungen entsprechend Ihren Möglichkeiten und bilden Sie in der Höhe der finanziellen Zuschüsse des Staates und der Arbeitgeber entsprechende Rücklagen. Zu b) Bei der Hilfswerks-Siedlung werden für die Heizung und das Warmwasser insbesondere die Energieträger Holzpellets, Gas, Öl und Fernwärme genutzt. Zu c) Auch, wenn wir bisher einen milden Oktober hatten, kann es in der Heizperiode bis zum 30.04. noch zu erheblichen Kälteeinbrüchen kommen. Zu d) Die Kosten der Heizung und ggf. des Warmwassers werden zu 50 bis 70 % nach dem persönlichen Verbrauch abgerechnet. Zu e) Da jeder Mensch ein anderes Wärmeempfinden hat, oder statt einmal am Tag vielleicht zweimal am Tag duscht, kommt es zwangsläufig zu unterschiedlichen Verbräuchen und dadurch zu unterschiedlichen Kosten. Wir empfehlen Ihnen dringend die Kosten durch ein nachhaltiges Energiesparen (z.B. www.jetzt-energie-sparen.info) zu senken.
Die Preissteigerung hängt von dem genutzten Energieträger für Heizung und Warmwasser in der jeweiligen Wohnanlage (Holzpellets, Gas, Öl, Fernwärme und/oder Strom) ab. Mit Stand vom 25.10.22 betragen die Preissteigerungen entsprechend dem Inflationsmonitor des Tagesspiegels für Gas (Neukunden) 254 % bzw. (Gas gesamt) 67 %, für Heizöl 94 %, für Fernwärme 36% und für Strom 21 %. Die Kosten für Die Beheizung mit Holzpellets haben sich seit dem 31.12.2021 mehr als verdoppelt. Die weitere Preisentwicklung kann zurzeit nicht seriös vorhergesagt werden. Unsere Erhöhung der Vorauszahlungen um bis zu 160 % entspricht der von uns erwarteten Preiserhöhung in 2023.
Der Brennstoffmix der Berliner Fernwärme (Vattenfall) bestand im Geschäftsjahr 2020 aus 73,9 % Erdgas, 15,9 % Steinkohle, 7,7 % Abwärme-Nutzung (Dampf), 1,9 % Biomasse (Holz), 0,4 % Heizöl, 0,2 % Biogas. Der Brennstoff der Fernwärme für unsere Objekte in der Gropiusstadt besteht überwiegend aus Biomasse (Holz). Die Kosten der Fernwärme in der Gropiusstadt haben sich in 2022 verdoppelt.
Die Solarthermie dient zur Unterstützung der Bereitung von Warmwasser und wirkt sich insbesondere in der Sommerzeit kostendämpfend aus. Die Heizkosten werden dadurch nicht beeinflusst.
Die HWS hat bereits seit 2007 für rd. 70 Mio. € über 1.000 Wohnungen energetisch saniert und über 200 Wohnungen nach den gültigen energetischen Standards neu gebaut. Entsprechend eines internen „Klimapfades“ soll bis zum Jahr 2045 die Klimaneutralität hergestellt werden. Die Sanierungen werden demzufolge bei der HWS unter Berücksichtigung der „energetischen Dringlichkeit“, notwendiger Planungszeitläufe und ggf. vorhandener Lieferengpässe kontinuierlich fortgeführt.
Die HWS hat bereits seit 2007 für rd. 70 Mio. € über 1.000 Wohnungen energetisch saniert und über 200 Wohnungen nach den gültigen energetischen Standards neu gebaut. Sämtliche Heizungsanlagen werden entsprechend den gesetzlichen Anforderungen (z.B. des EnSimiMaV) kontrolliert und optimiert. Hierzu gehört ggf. auch ein sinnvoller Austausch der Heizung unter Berücksichtigung möglicher anderer – auch regenerativer -   Energieträger.
Die steigenden Preise betreffen nicht nur die Energie (+44 %), sondern auch die Lebensmittel (+19 %) und Dienstleistungen (+4 %) (gemäß Inflationsmonitor des Tagesspiegels vom 31.10.22.). In den aktuellen Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften Lohnerhöhungen in Anlehnung an die durchschnittliche Inflationsrate von rd. 10 %. In den kalten Betriebskosten sind insbesondere personalintensive Leistungen wie Gartenpflege enthalten. Insofern gehen wir auch bei den kalten Betriebskosten von erheblichen Steigerungen aus.
Die HWS wird die gesetzlichen und mietvertraglichen Regelungen einhalten. Die in Deutschland notwendige Energieeinsparung kann aber nur durch gemeinschaftliche Bemühungen erreicht werden. Aus diesem Grunde hat die HWS die Heizkurven optimiert. Dies kann dazu führen, dass über die oben genannten Regelungen hinausgehende Temperaturen nicht mehr erreicht werden können.
Energiesparen ist in diesem Winter besonders notwendig. Wichtig ist jedoch auch die Wohnungen richtig zu Lüften und zu Heizen damit  ein Schaden an der Wohnung wie Schimmelbildung vermieden wird. Informationen hierzu finden sie auf unserer Internetseite als Erklärfilm (https://hws-berlin.de/erklaerfilme/rund-ums-wohnen2/). Darüber hinaus gibt es im Internet eine Vielzahl vom Tipps zum Energiesparen (www.jetzt-energie-sparen.info oder https://www.berlin.de/energie/energie-sparen/).
Informationen zur Beheizung oder der Heizkostenumlage finden Sie in Ihrem Mietvertrag oder dem Energieausweis der Ihnen bei der Unterschrift zum Mietvertrag ausgehändigt wurde.
Sollten Sie eine andere Vorauszahlung als den mit der letzten Vorauszahlungsanpassung genannten Betrag wünschen, teilen Sie uns das einfach mit. Sollte dies zu einer Senkung der Vorauszahlungen führen, bitten wir Sie - um Nachzahlungen zu vermeiden - entsprechend Ihren Möglichkeiten Rücklagen zu bilden. Nutzen Sie hierzu auch die finanziellen Zuschüsse des Staates und der Arbeitgeber.